Norwegen Teil 3


Odda campingSilver Garden Hotel Rysstad


Der Morgen begann am wieder leicht feucht und führte zuerst an einem See und dann an einem Fluß entlang. Die Straßen sind gut ausgebaut und viel unterwegs auf den Straßen war nicht, ich hatte die Straße meist für mich alleine.



Das erste Highlight des Tages waren diesen beiden Wasserfälle, die schäumend über die Felsen herabstürzen.

Ich war vor zwei Jahren schon mal an der Stelle, damals bekam man keinen Parkplatz an der Stelle. Es stand alles voll mit Wohnmobile.

Auch hier merkt man dann doch, daß durch Corona nicht mehr so viele Leute unterwegs sind wie in den Jahren davor. Ich war bis auf einen Kirschenverkäufer alleine auf dem Parkplatz.

Ich hätte ihm zwar gerne welche abgekauft, aber das Problem war der Stauraum. Der ist halt beim Moped doch begrenzt.


Es geht wieder in höhere Regionen was man sofort an der Temperatur merkt
und es wird auch wieder nässer.

Ab hier war mal wieder eine der typisch norwegischen Einrichtungen. Eine Baustelle mit einspuriger Verkehrsführung an einem Tunnel vorbei. Ab da wußte ich auch, warum die schmalen Straßen, die außen um die Tunnel führen, so gut gepflegt sind. Sie dienen als Ausweichmöglichkeiten bei Bauarbeiten und als coole Alternative für Mopedfahrer :-).

Das weiße Fahrzeug, das auf dem Bild quer steht, ist das “Follow me“-Fahrzeug. Wenn der Gegenverkehr durch ist, und das andere Ende der Strecke gesperrt ist, dann nimmt es die hier stehenden Fahrzeuge hinter sich in seinen Schlepp und führt sie durch die kleinen Wege und Straßen. Das können durchaus ein paar Kilometer sein.


Auch unsere wolligen Freunde sind hier unterwegs und wundern sich vermutlich über den starken Verkehr auf ihrer Straße.

Ausweichstrecke von oben.

Nach der Baustelle ging es dann wieder an Flüssen und Seen entlang durch das Hochgebirge. Das Wetter war durchwachsen, mal Regen mal Sonne, und meist hatte ich die Straße für mich alleine.

Das ist der große Unterschied zwischen Deutschland und den nordischen Staaten. Es gibt viel weniger Leute je Quadratkilometer, und richtig starken Verkehr hat man eigentlich nur in den Ballungsgebieten wie Bergen.


nächste Tunnelbaustelle, gleiches Spiel
schmale Straße außen entlang

Diese Gestalten am Straßenrand erregten meine Aufmerksamkeit. Sie gehören zu einem Laden, der so ziemlich alles inkl. Kaffee und Kuchen verkauft. Ich konnte nicht widerstehen, ich kaufte einen Troll für meine Tochter als Mitbringsel




Es ging stundenlang durch eine wunderschöne Gegend, ab und zu fuhr mal an ein paar Häuser vorbei, um dann aber wieder auf einer schmalen Straße alleine vor sich hin zu fahren.

Was man etwas in solchen Gegenden im Auge behalten sollte, ist der Tankinhalt und die restliche Reichweite. Denn zur nächsten Tankstelle schieben ist keine Option.



Schließlich war die Tagesetappe geschafft und eigentlich ein guter Fahrtag mit meist trockenem Wetter ging zu Ende.

An dem Tagesziel Silver Garden Hotel bin ich zuerst vorbeigefahren, da es mir zu nobel ausgesehen hat. Ich bin dann aber doch nochmal umgekehrt und war dann über den Preis für eine Hütte ziemlich erstaunt. Die Hütte war top und die Sanitäranlagen “First Class“.


Kinderabteilung, die Badewanne ist ein Rennwagen
Anlage von oben, das Gebäude am linken oberen Rand sieht man von der Straße aus.


Nachdem auf dem Platz nicht viel los war, geschätzt waren 20 Prozent der Hütten, belegt habe ich die Drohne ausgepackt und bin eine Runde geflogen.

Durch die andere Perspektive entstehen meist schöne Aufnahmen.

Irgendwie ist das Überwindung für mich, da das Teil doch ein störendes Geräusch erzeugt und ich niemand stören will.

Am Nordkap sind ein paar solcher Teile rumgeflogen. Aus meiner Sicht zerstört das Geräusch den Zauber des Ortes. Deshalb war für mich dort zu Fliegen ein nogo.

Den Abend ließ ich mit Bier und Chips ausklingen. Die Chipsmarke kam mir etwas komisch vor


Silver Garden Hotel Rysstad Sandnes Camping Mandal


Der letzte Fahrtag in Norwegen war angebrochen und ich hatte das Gefühl daß mir das Land zeigen wollte daß es auch schönes Wetter gibt um mich zum Widerkommen zu überreden. Wobei das nicht notwendig ist ich bin der Schönheit dieses Landes bereits verfallen egal ob schönes oder schlechtes Wetter :-).

Die Tour an dem Tag führte auf Nebenstraßen über Gebirgszüge Richtung Süden vorbei an wunderschönen Seen.



Wegelagerer: hier hatten die wolligen Kollegen die Straße vor einem Sperrgitter belagert um jemand zu finden der ihnen auf die andere Seite hilft.


Moin Mädels 🙂
Wollige Straßensperre


zurück in der Zivilisation

Mittagspause
und weiter geht es auf schmalen, kurvigen und leeren Straßen

Bis ich dann um 15 Uhr mein Tagesziel Sandnes Camping in Mandal erreicht hatte, und dort die kleine Hütte bezog, in der ich auch schon vor zwei Jahren übernachtet hatte.

Ich hatte die Hütte schon im Vorfeld reserviert, da man von hier aus den Hafen in Kristiansand in etwa 45 Minuten erreicht.

Als ich mich in der Rezeption angemeldet habe, meinte der Besitzer lachend “Jetzt kenn ich Dich wieder, Du warst vor zwei Jahren schon mal da. Deinen Vornamen Udo konnte ich mir merken, der ist im Norden selten” auf Englisch und übergab mir den Schlüssel mit den Worten “Du kennst Dich hier ja aus” :-).

Es dauerte allerdings nicht lange, und es zog ein Gewitter durch, und ich war froh die Hütte zu haben, unter deren Vordach man entspannt Kochen konnte.

Ich kam noch mit einem jungen Motorradfahrer in’s Gespräch, der seit drei Wochen den Führerschein hatte und sich Norwegen ansehen wollte. Ich konnte ihm ein paar Strecken-Tipps geben, da er in die Richtung fuhr, aus der ich gekommen war.


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